Natura 2000 und Managementplanung


Große Teile der Eider-Treene-Sorge-Niederunggehören zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 und sind entweder FFH-Gebiete oder gehören zum Vogelschutzgebiet "Eider-Treene-Sorge-Niederung". Für Natura 2000-Gebiete müssen nach EU-Recht die zu erhaltenden Pflanzen und Tiere und ihre Lebensräume in einem günstige Erhaltungszustand bleiben. Deshalb werden Managementpläne erstellt, in denen Maßnahmen zu ihrem Schutz und zur Erhaltung bzw. Entwicklung festgeschrieben werden. Im Managementplanungsprozess sollen die örtllich beteiligten Flächennutzer wie  Landwirte, Jäger und Angler aber auch Gemeinden, Wasser- und Bodenverbände und Naturschutzverbände in Gesprächsrunden eingebunden und ihre Interessen berücksichtigt werden.

Kuno e.V. entwickelt unter  Beteiligung der o.g. lokalen Akteure diese Managementpläne für die privaten Grünlandflächen im europäischen Vogelschutzgebiet "Eider-Treene-Sorge-Niederung" (DE 1622-493).

Auf der Webseite: www.natura2000.schleswig-holstein.de sind die Natura 2000 Gebiete in Schleswig-Holstein einzusehen. (Vogelschutzgebiete und FFH-Gebiete)

 


Erhaltungsziele im Vogelschutzgebiet "Eider-Treene-Sorge-Niederung"

Die Eider-Treene-Sorge-Niederung wurde aufgrund ihrer einzigartigen natürräumlichen Ausstattung und ihrer hohen Bedeutung für die Vogelwelt als EU-Vogelschutzgebiet gemeldet. Die von Kuno e.V. betreuten Gebiete, die privaten, bewirtschafteten Grünlandflächen, sind insbesonders für Weißstörche, Zwergschwäne und Wiesenvögel wertvoll.

 

Die Region bildet in Schleswig-Holstein einen Schwerpunkt in der Weißstorchverbreitung. Der Weißstorch bevorzugt zur Nahrungs- suche neben Gewässern, offene nicht zu hoch bewachsene Grünlandflächen.

Das Gebiet gehört außerdem zu den von Wiesenvögeln, wie Kiebitz, Uferschnepfe und Großer Brachvogel, am dichtesten besiedelten binnenländischen Brutgebieten in Schleswig-Holstein. Die Vögel legen ihre Nester auf dem Grünland an und brüten in lockeren Kolonien. Sie benötigen dabei offene Flächen mit nicht zu hoher Vegetation, um herannahende Feinde rechtzeitig erkennen und abwehren zu können.

 

Im Februar halten sich auf den Grünlandflächen der Eider-Treene-Sorge-Niederung bis zu 4.000 Zwergschwäne also bis zu 25% der Weltpopulation der westsibirischen Unterart Cygnus colombianus bewickii auf. Auch Singschwäne sind in dieser Zeit in der Region zu finden, allerdings in wesentlich geringerer Zahl. Sie treten häufig gemeinsam mit den Zwergschwänen in gemischten Trupps auf. Die nordischen Schwäne benötigen zur Rast störungsarme Grünlandflächen mit energiereichen Gräsern, und ruhige Schlafgewässer, die sie ebenfalls in der Flussniederung finden.

Prioritäres Ziel der Managementplanung im Vogelschutzgebiet der ETS ist somit die Erhaltung des Lebensraumes von Vogelarten des offenen Feuchtgrünlandes zu denen Zwergschwan, Singschwan, Kiebitz, Uferschnepfe, Großer Brachvogel, Rotschenkel, Goldregenpfeifer und Weißstorch gehören.

 

Deshalb gilt es

  • offene und zusammenhängende, landwirtschaftlich genutzte Grünlandflächen
  • Grünland mit angepasster landwirtschaftlicher  Nutzung, feuchten Bereichen und offenen Wasserflächen und im Spätwinter und Frühjahr kurzer Grünlandvegetation

zu erhalten.


Teilgebiete

Die gesamte von Kuno e.V. zu bearbeitende Gebietskulisse innerhalb des Vogelschutzgebietes "Eider-Treene-Sorge-Niederung beträgt  6400 ha wurde in folgende 11 Teilgebiete unterteilt:

  1. Meggerdorf

  2. Börmer Koog und angrenzende Bereiche der Gemeinden Bergenhusen und

      Wohlde

  3. Bargstaller Niederung

  4. Gemeinden Christiansholm, Friedrichsholm und Hohn

  5. Gemeinden Tetenhusen und Alt Bennebek

  6. Bereich westlich der Alten Sorge (Alte Sorge West)

  7. Bereich östlich bzw. südlich der Treene (Treene SO)

  8. Bereich westlich bzw. nördlich der Treene (Treene NW)

  9. FFH-Gebiet „Gräben der Alten Sorge“ (Bearbeitung in Kooperation mit der

      Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und Westküste)

10. Tollenmoor nördlich der Treene (Bearbeitung in Kooperation mit der

      Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und Westküste)

11. Nordmoor westlich des Börmer Kooges (Bearbeitung in Kooperation mit der

      Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und Westküste)

 

Für folgende Teilgebiet sind die Managementpläne bereits abgeschlossen:

  • Meggerdorf
  • Börmer Koog
  • Bargstaller Niederung
  • Christiansholm, Friedrichsholm und Hohn 
  • Tetenhusen und Alt Bennebek
  • Grünland im Bereich östlich bzw. südlich der Treene (Treene SO)
  • Gräben der nördlichen Alten Sorge
  • Grünland im Bereich westlich der Alten Sorge (Alte Sorge West)

 

Sie sind auf der Internetseite des Landes Schleswig-Holstein einsehbar: http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/NaturschutzForstJagd/05_Natura2000/025_Vogelschutz/ein_node.html?g_nr=&g_name=eider-treene-sorge-niederung&lk=&art=&lr=&what=&submit=true&suchen=Suchen


Beteiligung lokaler Akteure

Pro Teilgebiet bietet Kuno mehrere Veranstaltungen an, um die vor Ort beteiligten Menschen einzubeziehen. Dazu gehört eine Auftaktveranstaltung, bei der über Natura 2000 und dessen Ziele im Teilgebiet sowie das Vorgehen bei der Managementplanung informiert werden.

Danach erfolgt eine erste Gesprächsrunde (Runder Tisch), um mit den örtlich Beteiligten über mögliche Maßnahmen zu beratschlagen. Hier werden spezielle Fragestellungen der Region aufgenommen, die in der späteren Planung Berücksichtigung finden. Nach diesem Treffen werden die besprochenen Maßnahmen und speziellen Gegebenheiten im Managementplan-Entwurf festgehalten. Dieser Entwurf wird allen Beteiligten zugeschickt und dann beim zweiten Runden Tisch diskutiert. Änderungswünsche werden von Kuno e.V. eingearbeitet, welcher dann zur Prüfung an das MLUR geschickt wird.  Bei Bedarf werden weitere Gesprächsrunden abgehalten.